Digitaler Medienkonsum
Elternabend 23.Jänner 2024 - Zusammenfassung
– Erläutert von Ergotherapeutin (Sophia Grossruck) & Logopädin (Monika Grossruck-Staude)
Was sind digitale Medien überhaupt?
Digitaler Medienkonsum ist der Gebrauch von
· Handy, Tablet, PC/ Laptop, Spielekonsole, Fernseher.
· Nutzungen von Streamingdiensten, sozialen Medien, Online Spielen und Internet, TV-Serien und Filmen.
Wie viel Zeit verbringe ich selbst mit digitalen Medien?
è Sich ein Bewusstsein schaffen, wann, wo und wie viel?
è Wird es immer mehr?
è Sich als Vorbild für das eigene Kind bewusst zu seinà „Aha Mama/Papa haben das Handy ständig bei sich! Also muss es was Tolles sein! Ich will es auch haben…“
Warum werden digitale Medien vermehrt eingesetzt?
- Überbrückungen von Wartezeiten zum Beispiel beim Arzt/Bus (wartendes Kind untypisch – Immer mehr Kinder bevorzugen das Handy, anstatt sich ein Buch zu nehmen oder sich mit Anderen zu unterhalten)
- Ablenkung / Beschäftigung
- Neben Homeoffice
- Neben der Hausarbeit
Die Frage ist nur: WIE SINVOLL IST ES? Funktioniert das überhaupt- können Kinder über digitale Medien Sprache lernen?
Ein klares NEIN. Kinder brauchen eine aktive Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und ihren Kommunikationspartner. (Blickkontakt, Zeit zum Ausreden
und Zuhören in einer wertschätzenden Atmosphäre)
Kinder „begreifen" zunächst ihre Umwelt, ehe sie diese benennen können. Basale Sinne wie Hören, Sehen, Tasten, Bewegung und Hirnreifung bilden die Wurzeln und somit die Grundvoraussetzung für den
Spracherwerb. Es ist wichtig, dass Kinder Kommunikation als positive Interaktion erleben (gemeinsames Thema, Zugewandtheit).
Wie wirkt sich überhöhter Konsum der Medien aus?
Folgen aus logopädischer Sicht
- Keine spontane Reaktion der Eltern auf die Bedürfnisse der Kinder à Kind verliert Interesse an Interaktion
- Reduzierter sprachlicher Austausch – weniger sprachlicher Input
- Verpasste Gelegenheit zum Sprachlernen
- Ständige Unterbrechung von Interaktion führt zu Frustration
- Kind versteht den Nutzen des kommunikativen Dialogs nicht
Folgen aus ergotherapeutischer Sicht
Hoher Medienkonsum führt zu Problemen…
- In der Aufmerksamkeit (sich auf etwas konzentrieren, fokussieren können)
- In der Bewegungsentwicklung (Gewichtszunahme, Körperspannung)
- Im Denken
- Im Kontrollieren von Gefühlen (ein Kind braucht ein Gegenüber z.Bsp.: Was kann ich machen, damit es mir besser geht?)
- Beim Ein – und Durchschlafen
- Im Sozialverhalten / in Dialog treten
- In der Wahrnehmung
Kinder können ab einem Alter von etwa 3 / 3,5 Jahren Gesehenes und Gehörtes miteinander verknüpfen. Zuvor kann sich das Kind nur auf das Gesehene ODER auf das Gehörte konzentrieren; beides geht nicht à Reizüberflutung. (Vergleichbar mit einer Maidult/ Kirtag für uns Erwachsene)
Empfehlungen für Medienkonsum im Kleinkindalter
0-3 Jahre |
· Von der aktiven und passiven Nutzung von Bildschirmmedien fernhalten
|
3-6 Jahre |
· Höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen · Nur in Anwesenheit und mit Begleitung der Eltern · Qualitativ hochwertige Inhalte wählen und anschließend besprechen · Altersempfehlungen einhalten und Inhalte vorher überprüfen |